Ludwig II.
„Ludwig II.“ erzählt die Geschichte des bayerischen Königs nicht als klassische Biografie, sondern als düsteren Blick in die Gedankenwelt eines isolierten Herrschers. Zwischen nächtlichen Sälen, Spiegeln, Nebel und kaltem Wasser zeigt der Song den langsamen Rückzug Ludwigs aus der Realität. Seine Schlösser erscheinen dabei weniger als Bauwerke, sondern als Zufluchtsorte gegen eine Welt, die ihn nicht versteht. Der Starnberger See wird zum zentralen Symbol des Songs und erinnert an den bis heute ungeklärten Tod Ludwigs II.
Lyrics
Im Marmorflur kein Laut mehr klar
Nur Nebel unter schwarzem Glas
Die Fenster hoch, der Himmel leer
Und jede Nacht wird etwas schwer
Er sprach mit Wänden aus Kristall
Mit goldnem Licht im leeren Saal
Die Diener standen still im Kreis
Als ob hier etwas Größres sei
Die Berge schwiegen, tief und weiß
Kein Mensch verstand den stillen Preis
Er baute Schlösser gegen Zeit
Und fiel dabei in Dunkelheit
Die Kerzen warfen Schatten lang
Als ob der Raum zu atmen begann
Ein Flüstern kroch durch Stein und Wand
Und legte sich in seine Hand
„Bleib bei uns
Geh nicht fort
Die Nacht kennt deinen wahren Ort“
Du gehörst nicht ihnen
Du gehörst der Nacht
Die Ärzte schrieben Wort für Wort
Von Wahnsinn und verlornem Ort
Doch keiner sah, was in ihm schlief
Was jede Nacht nach ihm noch rief
Er sprach mit Königen aus Traum
Mit toten Stimmen hinterm Raum
Die Spiegel wurden schwarz und blind
Als ob dort andre Welten sind
Krone
Nacht
Wasser
Wacht
Der Himmel hing in dunklem Blei
Der Wind zog kalt am Ufer vorbei
Kein Schritt war laut, kein Vogel schrie
Als ob die Welt den Atem hielt
Dann schwarzes Wasser ohne Grund
Kein letzter Ruf aus seinem Mund
Nur Wellen tief wie schweres Glas
Die langsam über Steine fraß
Man nannte ihn verlornen Geist
Zu schwach für diese harte Zeit
Doch manches Schloss steht heut noch still
Als ob dort etwas warten will
Im kalten Wind
Im schwarzen See
13. Juni 2026
Single
Länge: 05:14
Album
Über den Dingen