Der Wanderer
„Der Wanderer“ ist ein Lied darüber, hinter die Masken zu blicken. Der Text folgt einer Gestalt, die sich lautlos durch Straßen und Häuser bewegt, die Schatten anderer mit sich trägt und ihre verborgenen Geschichten niederschreibt. Er sieht Tränen hinter festlichen Fassaden, Missbrauch hinter heiligen Bildern und das Schweigen, das niemand zu brechen wagt.
Lyrics
Er geht allein durch Gassen aus Glas,
sieht hinter Lächeln ein zitterndes Maß.
In weißen Kleidern, so rein wie der Schnee –
doch innen tobt längst ein schwarzes Klischee.
Ein Blick genügt, er weiß, was war.
Er hört, was keiner je offenbar.
Er ist der Wanderer –
kein Ziel, nur Fragen.
Trägt eure Schatten
in seinen Tagen.
Wo ihr vergeßt, was einst geschah,
schreibt er Geschichten – still und klar.
Er küsste Tränen von einer Braut,
die nie mehr liebt und trotzdem traut.
Ein Priester sprach von Licht und Pflicht –
doch seine Hände kannten's nicht.
Er hört das Schweigen, das niemand stört,
fühlt jedes Messer, das keiner empört.
Er ist der Wanderer –
kein Ziel, nur Fragen.
Trägt eure Schatten
in seinen Tagen.
Wo ihr vergeßt, was einst geschah,
schreibt er Geschichten – still und klar.
Und wenn du lachst, denkt er ans Blut.
Wenn du vergibst, fehlt ihm der Mut.
Du lebst im Licht, doch er weiß mehr –
der Glanz ist oft nur Schleier leer.
Er trank vom Schmerz in jedem Haus,
sah Kind und König – innen hohl,
ihr Herz im Takt von Trug und Braus,
ein Käfig gold, doch niemals wohl.
Er ist der Wanderer –
kein Ziel, nur Fragen.
Trägt eure Schatten
in seinen Tagen.
Wo ihr vergeßt, was einst geschah,
schreibt er Geschichten – still und klar.
Er ist der Wanderer –
kein Held, kein Richter.
Doch in den Spiegeln
sieht er Gesichter.
„Ich sah euch alle –
und schrieb euch auf …“